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Ubuntu 10.04 LTS

Tips & Tricks zu Ubuntu 10.04 LTS

Nachdem ich schon viele Jahre Windows benutzt habe, bin ich nun vor einigen Jahren auf diverse Linux-Systeme aufmerksam geworden. Die Zuverlässigkeit, geringere Anfälligkeit für Viren und die kostenlose Bereitstellung von diversen Linux-Derivaten hat mich gereizt mich hiermit mehr zu beschäftigen.

Begonnen mit den SuSE-Versionen (7.1 und 7.2) bin ich letztendlich auf der Ubuntu-Schiene gelandet welche ich seit der Version 8.04 benutze. Dieses Derivat ist für meine Zwecke ideal, da es bedienerfreundlich zu installieren und zu handhaben ist. Updates werden automatisch angeboten, Programme sind ebenso einfach wie bei Windows zu installieren und die Softwareauswahl ist sehr gross und die angebotenen Programme halten oft mit Windowsprogrammen mit oder überbieten diese sogar noch. Die Ubuntugemeinde ist gross und man findet eigentlich recht schnell Hilfe falls es doch einmal Probleme gibt.

Wer sich nicht scheut Neuland zu betreten wird mit etwas experimentierfreudigkeit ein Betriebssystem entdecken, dass erfrischend anders ist und mit Windows sicherlich in vielen Punkten mithalten kann.

Auf dieser Seite habe ich nun einige Tips und Tricks gesammelt, welche bei meiner aktuellen Version zum Lösen der bei mir aufgetretenen Probleme half.

Mein System:
Zur Zeit benutze ich die aktuelle, im April 2010 veröffentlichte, Langzeitversion 10.04 LTS, Name: Lucid Lynx, auf einem AMD Dual-Core System 64x 5130 2.7GHz mit 4GB RAM und einer 250GB SATA Festplatte.
Hier ist unter anderem folgende Software installiert, zu welcher ich entsprechende Tips geschrieben habe:

 

Google Earth die Welt auf dem PC
pyNeighborhood GUI für Netzwerklaufwerke / Freigaben (Samba, NAS)
LAMPP lokaler Webserver mit PHP und mysql Datenbank
HeidiSQL Tool zum Bearbeiten von mysql Datenbanken
CDs auslesen GUI Tool zum einfachen Auslesen und Umwandeln von Audio CDs in MP3 z.B.
K3b Brennprogramm für viele CD/DVD Typen für Daten, Audio, Video etc..
GtkDiskFree GUI zeigt Aufteilung des Festplattenplatzes an
Treiber Grafikkarte NVIDIA manuelle Installation bei Problemen mit einer NVIDIA Grafikkarte
BURG Bootloader grafischer Bootloader

Hier werden keine grosse Kenntnisse vorausgesetzt und es wird auch nicht über diverse Möglichkeiten diskutiert. Ich möchte lediglich eine Variante zur Fehlerbeseitigung darstellen. Nicht mehr und nicht weniger. Es sind lediglich Grundkenntnisse erforderlich die voraussetzen dass man ein Terminal starten kann und eventuell auch weiss um welche Ordner es sich handelt.

Hinweis: Sollten Datenverluste, Soft- oder Hardwarefehler auftreten weise ich ausdrücklich darauf hin, dass die hier vorgestellten Tips von mir ohne jegliche Gewähr zur Verfügung gestellt werden! Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden welche aus diesen Anleitungen entstanden sein sollten!

 
Google Earth Dieses Programm ist identisch mit der Windows-Version und eigentlich ebenso einfach zu installieren. Es gibt Debian-Pakete welche direkt mit dem Paketmanager installiert werden können. Allerdings werden die aktuellsten Versionen normalerweise in einem tar.gz Archiv angeboten, welche entsprechend entpackt und manuell installiert werden müssen.
Es kann vorkommen dass Koordinaten oder/und Ortsmarken nicht mehr richtig plaziert werden. Dies geschieht vor allem wenn man aus älteren Versionen gespeicherte Ortsmarken (MyPlaces.kmz) wieder in Google Earth einfügt. Hier liegen oft zig Kilometer zwischen dem eigentlichen Ort und der gespeicherten Ortsmarke bzw. den gesuchten Koordinaten.

Abhilfe schafft hier eine kleine Zeile, welche in der Startdatei für Google Earth eingebunden wird. Da die Installation von Google Earth entweder nur für den eigenen Benutzer oder global stattfinden kann, ist auch der Ort an welchem sich die Datei befindet unterschiedlich:
globale Einrichtung: /opt/google-earth/googleearth
nur für den eigenen Benutzer: /home/benutzername/.googleearth/googleearth

Es ist darauf zu achten, dass der Ordner 'googleearth' je nach Installation versteckt ist. Daher muss bei der Anzeige im Dateimanager (nautilus) die Ansicht für verborgene Elemente eingeschaltet werden (Strg-H).
Hat man die Datei gefunden und mit einem Editor geöfffnet, so wird nach der Zeile
export LD_LIBRARY_PATH gesucht und unter dieser die Zeile
export LC_ALL=us_US.UTF-8 eingefügt. Danach wird die Datei gespeichert.
Die Ortsmarken sollten jetzt einmal neu geladen und danach korrekt angezeigt werden.

 
pyNeighborhood Sicher gibt es auch andere Weg um eine Laufwerksfreigabe, einen Ordner zu sharen, doch für meine Zwecke war es die beste Lösung. Ich verwalte hiermit die Freigaben für ein NAS-Laufwerk. Das Programm ist direkt über die Paketverwaltung zu installieren. Jedoch gibt es Probleme mit dem Zugriff.
Die Standardeinstellungen können belassen werden. Wird nun ein Laufwerk eingetragen und auch gefunden, so könnte man nun auf einfache Weise, durch Anklicken, das Laufwerk 'mounten'. Jedoch wird hier ein Fehler ausgegeben, dass das Laufwerk nicht 'gemounted' werden kann.

Hier schaffen allerdings zwei einfache Befehle Abhilfe (in einem Terminal eingeben/kopieren):
sudo chmod +s /sbin/mount.cifs
sudo chmod +s /sbin/umount.cifs

 
LAMPP Diese Applikation ist, obwohl nicht als Debian-Paket erhältlich, sehr einfach und unkompliziert zu installieren. Die auf der Seite der Anbieter aufgelisteten Befehle zur Installation sind völlig problemlos.
Etwas problematischer wird es wenn man diese Ebene ständig benutzen will um Webseiten zu erstellen. Die Applikation wird nicht in einem Benutzerverzeichnis und mit dummy Benutzerrechten und Gruppen erstellt. Das kann problematisch werden wenn man hier Webseiten erstellt, sie hin und her ins Internet kopiert und dann bearbeiten will. Da kommt es schnell zu einem Zugriffsproblem, da Ubuntu (Linux) hier natürlich tiefgreifendere Rechte benutzt. In Windows werden diese Dateien nicht zwingend mit Benutzerrechten behaftet und können somit problemlos bearbeitet werden.

Um hier Abhilfe zu schaffen kann man den Heimatordner des Webservers (/opt/lampp/htdocs) mit den entsprechenden Rechten ausstatten oder auch einen sogenannten 'symbolischen Link' in das eigene Benutzerverzeichnis legen.

 
HeidiSQL Dieses Tool ist sehr hilfreich um mysql-Datenbanken online zu bearbeiten. Leider gibt es dieses Programm nicht für Linux, aber es funktioniert trotzdem hervorragend, wenn es über 'wine', den Windows-Emulator, gestartet wird.
 
CDs auslesen GUI Tool zum einfachen Auslesen und Umwandeln von Audio CDs in MP3 z.B.. Bei bestehender Internetverbindung wird hier gleichzeitig in einer Datenbank nach der eingelegten CD gesucht, um Daten zu dieser CD ebenfalls anzuzeigen.
 
K3b Das Programm lässt sich bequem über die Paketverwaltung installieren. Es bietet die üblichen Funktionen wie man sie auch von NERO kennt. Ob es den vollen Funktionsumfang ebenfalls beinhaltet kann ich nicht sagen, da ich nie alle Möglichkeiten von NERO ausgeschöpft habe. Mir hat es ausgereicht, CDs und DVDs zu kopieren, zusammen zu stellen und zu brennen. Und hier ist das Programm ebenbürtig und ebenso übersichtlich zu handhaben.

Um das Programm auch mit deutscher Oberfläche zu bekommen, sind folgende Zeilen in einem Terminal auszuführen:

sudo apt-get install language-pack-kde-de-base

sudo apt-get install language-pack-kde-de

sudo apt-get install k3b-i18n

sudo apt-get install libk3b2-extracodecs

Möglicherweise reichen schon die ersten beiden Zeilen bei einer aktuellen Version.

 
GtkDiskFree Das Programm lässt sich bequem über die Paketverwaltung installieren. Es arbeitet problemlos und zeigt den Speicher aller gemounteten Laufwerke an. Auch USB-Datenträger wie USB-Sticks oder Festplatten.
 
Grafiktreiber manuell installieren NVIDIA Leider gab es nach meinem Upgrade von 9.10 zu 10.04 erhebliche Probleme mit der eingebauten NVIDIA Grafikkarte. Nicht nur das ein angeschlossener zweiter Monitor (1x VGA 1x DMI) oft deaktiviert wurde, auch wanderte der Standardmonitor von einem auf den anderen Monitor. Zusätzlich änderte sich dann auch noch die Auflösung. Am schlimmsten war es aber, dass die Grafikkarte oft beim Starten nicht korrekt initialisiert wurde und sich eine Auflösung von 800x600 nach dem Start zeigte. Alles in Allem sehr unbefriedigend.
Canonical bot leider in den normalen Updates nur zwei proprietäre Treiber an welche kein Problem lösen konnten obwohl hier immer schnell nachgearbeitet wird. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich ging auf die Suche nach passenden Treibern, die ich dann erstaunlicherweise schnell fand und wo gleich auch auf den Fehler mit der nicht korrekt erkannten Grafikkarte eingegangen wurde. Kurzerhand lud ich den Treiber herunter und installierte diesen. Seitdem bin ich auch hier voll zufrieden. Vor dieser Prozedur ist der aktuelle Treiber auf der NVIDIA Seite herunter zu laden.

Zunächst wird die sogenannte 'Blacklist' angepasst, so dass Ubuntu nach der Deinstallation der momentanen NVIDIA-Treiber nicht gleich wieder nach passenden Treibern sucht um diese zu installieren. In einem Terminal wird der Befehl

gksudo gedit /etc/modprobe.d/blacklist.conf

eingegeben und folgende Zeilen hinzugefügt:

blacklist vga16fb
blacklist nouveau
blacklist rivafb
blacklist nvidiafb
blacklist rivatv

Dann wird die Datei wieder gespeichert.

Jetzt wird der grafische Bildschirm gestoppt:

sudo service gdm stop

Nun werden die alten NVIDIA-Treiber deinstalliert. Dies geschieht wiederum in einem Terminal mit dem Befehl:

sudo apt-get --purge remove nvidia-*

Danach wird der Rechner neu gestartet.
Nach erneutem Anmelden wird der folgende Befehl eingegeben:

sudo sh NVIDIA-Linux-x86_64-256.53.run

Hierbei ist darauf zu achten, wohin man den neuen Treiber gespeichert hat und der Treibername ist evtl. anzupassen. Um den Befehl so wie oben nutzen zu können muss der neue Treiber in das 'Home'-Verzeichnis des eigenen Benutzers gespeichert werden (/home/). Ist dies der Fall muss nur noch der Dateiname mit der Befehlszeile oben überein stimmen.

Abschließend wird noch GDM neu gestartet mit dem Befehl:

sudo service gdm start

Nun ist der neue Treiber installiert und man kann mit dem NVIDIA-Konfigurationsprogramm, zu finden in 'System - Einstellungen - NVIDIA X Server Settings', alle weiteren Einstellungen vornehmen.

 
BURG Bootloader

Da es nach der Ubuntu Version 9.04 bisher nicht mehr möglch war den grafischen Bootloader gfx-boot zu benutzen, mußte man auf eine schöne Oberfläche beim Booten mit mehreren Betriebssystemen verzichten und hatte nur den unschönen Textzeilen Bootloader zur Verfügung. Hier kommt nun der neu angepasste Loader BURG zum Einsatz welcher sich mit wenigen Handgriffen einfach installieren lässt.

Zunächst wird eine entsprechende Quelle hinzugefügt:
für Ubuntu 10.04 und 10.10:
sudo add-apt-repository ppa:bean123ch/burg

für Ubuntu 11.04:
sudo add-apt-repository ppa:n-muench/burg

Dann wird BURG herunter geladen und installiert:
sudo apt-get update && sudo apt-get install burg

Diese Installation sollte ohne Fehler ablaufen. Bei mehreren Festplatten im System muss darauf geachtet werden, in welchem Bootsektor der Bootloader installiert wird.
Für weitergehende Informationen sollte man sich auf der Seite von BURG informieren.
(http://code.google.com/p/burg/).

Eine informative Seite gibt es auch bei 321tux:
schoener-booten-mit-burg-brand-new-universal-loader-from-grub

Nach dem Neustart steht der Bootloader zur Verfügung. Mit 'F2' lassen sich diverse Themes einstellen.

 

Hinweis: für die hier aufgeführten Installationen übernehme ich keinerlei Gewähr. Weder für die erfolgreiche Durchführung und Funktion, noch für Folgeschäden wie Defekte, Datenverlust etc.. Diese Seite beschreibt lediglich die Installation auf meinem Rechner.