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Kreta

Reisebericht Kreta / Griechenland

Anreise
Von Düsseldorf sind es 3,5 Flugstunden nach Heraklion, der Hauptstadt auf Kreta. Leider kamen wir am Abend dort an und konnten den Fensterplatz, was die Aussicht auf Kreta anbelangt, nicht ausnutzen. Das Wetter war leicht windig und warm bei ca. 31Grad/C und im ersten Moment, da wir aus dem kalten Deutschland kamen, sehr schweisstreibend.
Nachdem die Koffer eingesammelt waren, ging es im Reisebus mit anderen Reisenden über die Strasse an der Nordküste Richtung Agios Nikolaos. Unser Hotel erreichten wir nach gut 2,5 Stunden Fahrt über die hiesige Autobahn und durch kleine Städtchen und Dörfer, bei deren Durchfahrt wir oft Angst hatten dass der große Reisebus hier überhaupt hindurch passen könnte. Die Fahrt wurde auch verzögert durch diverse Hotels an welchen wir andere Mitreisende abliefern mussten. Schließlich gelangten wir gegen 22Uhr in unser Hotel, welches eines der Letzten auf der Route war.


Hotel
Die Hotelanlage 'St. Nicolas Bay' liegt mit einem anderen Hotel, dem 'Minos Palace' auf einer kleinen Landzunge, etwa 1,5km nördlich von Agios Nikolaos. Das Hotel ist äusserlich hauptsächlich aus bunten Bruchsteinmauern gebaut, den man hier überall auf der Insel findet. Die Wege sind fast ausschließlich aus Bruchsteinplatten verlegt. Die Gebäude sind in 3 Reihen parallel zum Meer angeordet und besitzen maximal 2 Etagen. Somit verfügen die Zimmer im Erdgeschoss alle über eine kleine Terasse mit großzügigem, 2-flügeligem Schiebefenster und die Zimmer in der oberen Etage über einen Balkon. Vor den Reihen mit den Doppelzimmern findet sich ungefär mittig die Poolanlage mit 3 Becken (unterschiedliche Tiefen für Kinder und Erwachsene) und jeweils auf beiden Seiten die Suiten in eigenen Bungalows mit meißt eigenem, separatem Privatpool.
Da das Hotel auf einem kleinen Hügel direkt am Meer gebaut ist, geht es direkt hinter dem Pool einige Meter hinunter an eine kleine Bucht die nur vom Hotel zugänglich ist. Hier findet sich ein kleiner Sandstrand mit Liegen und Sonnenschirmen und ein wenig erhöht eine kleine Poolbar. Auf der rechten Seite schließt die Bucht mit felsigen Terassen ab auf welchen sich ebenfalls Liegen und Sonnenschirme befinden. Die Bucht selber wird mit einer kleinen Mole abgeschlossen, welche ihr einen Hafencharakter verleiht. Auf halber Höhe zwischen Pool und Strand steht eine kleine Kapelle, neben der sich das 'Kafenion' befindet, ein Restaurant in welchem nach Menüwahl am Tisch serviert wird. Das Frühstücksrestaurant liegt direkt oberhalb des Pools und ist zum größten Teil auf zwei Terassen unter Bäumen verteilt wo man schon morgens den herrlichen Ausblick genießen kann.

Die Hotelanlage ist gemütlich, leicht verwinkelt und sehr grün gebaut mit Olivenbäumen, Fichten und jeder Menge Büschen und Pflanzen. Die Athmosphäre ist eigentlich immer ruhig und beschaulich.
Das Hotel verdient seinen Ruf ein kleines Luxushotel zu sein und wird somit auch auf der Internetseite http://www.slh.com zu Recht aufgeführt.

Verkehr
Natürlich muss man auch hier, wie fast im ganzen Rest der Welt, Abstriche machen was Qualität und Ordentlichkeit angeht. Wir Deutschen sind nunmal die Saubermänner und penibel ordentlich.
Die Hauptstrassen sind gut ausgebaut. Allerdings fehlen hier jegliche Gehwege, ausser in grösseren Städten und die Ränder der Strassen enden in Bruchstreifen am Rand der Fahrbahn. Da kann es auch einmal unterspülte Stellen geben oder gar Einbrüche. Die Autobahn ist einspurig, nur durch eine doppelte Strichlinie unterteilt und nur an gefährlichen Stellen finden sich Leitplanken. Allerdings gibt es fast überall einen breiten Seitenstreifen, welcher beim Überholvorgang vom zum Überholenden benutzt wird, damit der Schnellere auf der verbleibenden Spur vorbei fahren kann. Durchgezogene Linien, Geschwindigkeitsgebote und manch andere Verkehrszeichen sind zwar vorhanden, werden aber eher als 'Empfehlung' gesehen, nicht als Zwang. So wird auch gerne einmal von einer Tankstelle an der Autobahn quer in den Gegenverkehr gewechselt auf die entgegen kommende Spur. Aber dies und andere Manöver wie das aneinander Vorbeifahren, abbiegen, Halten am Rand (welches gerne einfach durch die Warnblinkanlage angezeigt wird) sind Dinge welche keiner Regelung bedürfen. Die Einheimischen (und auch die geübten Touristen) passen sich den Gegebenheiten an. Auch wenn es überall verbeulte Auto's gibt, so wird ohne Hektik aneinander und umeinander vorbei gefahren. Egal ob da jemand einfach am Strassenrand parkt oder man sich durch die kleinen Strassen eines Städtchens windet. Niemand meckert, niemand drängelt oder hupt wild. Es wird gemütlich und geduldig der eigene Weg gesucht und gefahren.

Es finden sich hier hauptsächlich japanische und französiche Automarken. Ausserhalb der Ortschaften, gerade in den Bergen, werden sehr gerne Pick-up's gefahren, was auch durch die ausserorts eher kleinen und holprigen Strassen und deren Steigungen eher vorteilhaft ist. Wer sich nicht auf den Hauptstrassen aufhält sondern auch gerne 'durchs Land' von Ort zu Ort fahren möchte, findet kurven- und serpentinenreiche, schmale Strassen vor die jedoch fast allesamt geteert sind und auch mit einem Kleinwagen (wir hatten einen Peugeot 107) sehr gut befahren werden können. In 5 Tagen haben wir wohl den grössten Teil Ostkreta's mit unserem 'Kleinen' auf gut 830km befahren und waren froh kein grosses Auto zu haben, da es im Gebirge oft nur 180Grad Kurven mit gleichzeitiger starker Steigung gibt, wo man schnell in einer Kurve 4-8m Höhenunterschied zu bewältigen hat.

Agios Nikolaos
Die Stadt liegt zum grossen Teil auf einem Hügel, besitzt einen Hafen an dem Fähren zu den Nachbarinseln und Fischerboote anlegen. Auch ein Kreuzfahrtschiff hat hier einen Abend lang fest gemacht. Vom Hafen aus führt ein kleiner Kanal in das ehemals abgeschlossene 'schwarze Loch', ein kleiner See von grob ca. 80-120m Durchmesser und bis zu 64m Tiefe um den sich, auf der Seite zum Hafen hin, einige Restaurants drängen. Am Hafen entlang gibt es weitere Restaurants und natürlich Souveniergeschäfte. Hier herrscht bis in die Nacht reges Treiben und man kann überall wunderbar entspannen. Supermärkte, Tankstellen, Apotheken, Banken, alles ist hier zu finden. Etwa 80m südlich des kleinen See's findet sich ein Kreisverkehr mit mehreren Banken, von denen der Geldautomat der Piräus-Bank auch ein deutsches Menü hat. (Wer sich bei der englischen Sprache unsicher ist.)

Menschen
Die Menschen mit denen wir zusammen getroffen sind, waren immer freundlich, haben gelächelt, waren nie aufdringlich, sind zuvorkommend und haben sich immer über ein 'Kalimera' (grichisch: 'Guten Tag') gefreut. Man kam sich eigentlich nie wie ein typischer Tourist sondern eher wie ein Gast vor. Selbst in den Tavernen in denen wir zur Mittagszeit gegessen haben war man immer freundlich und zuvorkommend, nie genervt oder ungehalten. In einem Restaurant bekamen wir auf Erkundigung nach einem speziellen Ouzu, den wir mit nach Hause nehmen wollten, diesen sogleich in 3 verschiedenen Qualitäten angeboten und konnten ihn, ohne langes Suchen, gleich mitnehmen. In einer anderen Taverne wurden wir nach dem Essen sogar spontan zum Hotel zurück gefahren, da ein nachmittagsfüllender Regenschauer den Fussweg unmöglich gemacht hätte. Selbst in den abgelegensten Orten wie z.B. in Arvi haben wir nur Freundlichkeit erfahren.

Touren durch Ostkreta
1. Tag, Sitea, Vai, Palekastro, Sitea, Ierapetra
Die erste der beiden längsten Touren führte uns an der nördlichen Küstenstrasse hinter Agios Nikolaos bis Sitea und weiter bis zum berühmten Palmenstrand von Vai. Dieser Strand mag im Winter, ohne Touristen und am besten auch ohne die ganzen Dinge, welche für die Touristen angelegt wurden, wunderschön sein. Vermutlich sogar noch vor 20 Jahren. Aber was einen da heute am Ende der Strasse erwartet hat uns sehr enttäuscht. Ein Parkplatz für Busse und PKW mit Kasse, eine umzäunte Palmenanlage die man auch weiter ausserhalb noch eingezäunt hatte und die typische Aufstellung von Liegen und Sonnenschirmen a la Ballermann haben so garnichts mehr mit diesem ursprünglichen Palmenstrand zu tun der in der alten Bacardi-Werbung noch zum Schwärmen einlud. Kurzerhand kehrten wir auch sofort um und fuhren stattdessen lieber Richtung nordöstliche Küste Richtung Palekastro und Zakos wo wir mit wunderschöner Landschaft entschädigt wurden. Auf dem Rückweg bogen wir bei Sitea ab und fuhren quer über die Insel zur Südküste, um dort der Küstenstrasse nach Iarepetra zu folgen. In Makrigialos kehrten wir in einer gemütlichen Taverne ein zum Mittagessen, direkt am Strand mit Meeresrauschen und leichtem Wind. Über Ierapetra und Pachia Amnos fuhren wir dann wieder zum Hotel zurück.

2. Tag, Heraklion, Knossos, Vathianos Kampos, Kato Gouves
Die zweite der beiden längsten Touren führte uns zunächst nach Knossos, das einige Kilometer südlich von Heraklion liegt. Der berühmte minoische Palast unter welchem sich das Labyrinth des Minotaurus befunden haben soll, ist schon ein 'Muss', auch wenn es dort relativ voll und typisch auf Tourismus ausgelegt ist. Diese Anlage ist sehenswert. Wir parkten gut 150m vor Knossos an einer kleinen Taverne wo wir nach unserem Rundgang auch zu Mittag aßen. Hier bekamen wir unter anderem Dolmades (gefüllte Weinblätter) serviert, wie wir sie frischer und schmackhafter nirgendwo sonst gegessen haben. Das war sicherlich 'Mutters Küche' und frisch zubereitet. Ein wahrer Genuß! Für den Rückweg fuhren wir noch einige Kilometer südlich von Knossos weg und folgten dann den Hinweisschildern zum Crete Aquarium. Wieder an der Küste angelangt fuhren wir bei Amnisos auf die Küstenstrasse neben der Autobahn Richtung Aquarium. Hier fanden wir einige Kilometer weiter bei Vathianos Kampos einen wunderschönen Strand der hunderte von Metern leer war. Kurzerhand die Badesachen angezogen und ins Meer gesprungen! Der Strand fällt sanft ab und man kann zig Meter ins Meer hinaus gehen. Weiter ging es zum Aquarium nach Kato Gouves. Obwohl das Umfeld des Aquarium wenig einladend aussah, weil dieses in einem herunter gekommenen Gewerbegebiet lag, war das Aquarium selbst mehr als den Erwartungen entsprechend. Wir verbrachten wohl eine gute Stunde beim Betrachten der vielen Schaubecken mit den unterschiedlichsten Tieren und Pflanzen und die Einrichtung sah sehr gepflegt aus. Die Rückfahrt ging dann wieder über die Autobahn durch Malia hindurch Richtung Hotel.

3. Tag, Limnes, Elounda, Kritsa, Lasithi
Zu Beginn dieser Tour mussten wir erst einmal tanken. Da uns der Autoverleiher darauf hingewiesen hatte das 'Shell' wohl die günstigsten Benzinpreise hätte, folgten wir also dem ersten Hinweisschild und fanden uns leider auf der Autobahn Richtung Heraklion. Hier gab es zwar eine 'Shell-Tankstelle', doch leider kilometerweit keine Abfahrt. Da wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht trauten einfach die Richtung auf der Autobahn zu wechseln, fuhren wir bis zur nächstmöglichen Ausfahrt nach Limnes. Wir wollten eigentlich nach Kritsa, was entgegengesetzt in Richtung Sitea liegt und versuchten nun bei Limnes wieder auf die Autobahn in Gegenrichtung zu gelangen, was aber wegen fehlender Auffahrt unmöglich war. Nachdem wir einige Kilometer weiter immer noch keinen passenden Weg fanden, kehrten wir um und folgten einem Wegweiser Richtung Elounda, da wir dort ebenfalls geplant hatten hin zu fahren.
Es folgte eine Strecke über Kastelli und Kato Pines welche uns durch wunderschöne Landschaften, durch Täler und an Berghängen hinauf und hinab führte die manchmal abenteuerlich waren. Enge 180Grad Kurven folgten kurzen Hangpässen und die Aussicht auf hohe Berge, Täler, Ziegen am Strassenrand, verfallenen Häusern und vielem mehr endete in Elounda, dessen kleiner Hafen verführerisch zum Mittagessen einlud. Nach einem kleinen Einkaufsbummel folgten wir wieder der Strasse Richtung Agios Nikolaos und diesmal in die richtige Richtung nach Sitea und Kritsa. Ein wunderschönes Bergdorf wo wir, nach den Worten unserer Reiseleiterin auch über eine Strasse zur Lasithi- Hochebene gelangen sollten. Doch nach langem Suchen und Befragung von Dorfbewohnern wurde dies verneint und ein anderer Weg erklärt. Wieder talwärts fahrend wies uns dann ein Wegweiser kurz hinter dem hiesigen 'LIDL' den Weg nach Lasithi. Hier fanden wir schon bald diegleichen abenteuerlichen Strasse und Serpentinen wieder wie schon zuvor auf dem Weg von Limnes nach Elounda. Doch diese Gegend war noch atemberaubender. Wir fuhren durch Dörfer deren Häuser manchmal so eng zusammen standen, dass kaum ein Auto hindurch passte. Fuhren über enge Strassen an Steilhängen entlang die durch keine Leitplanke geschützt waren und auf der anderen Seite mit schroffen Felsen den Weg begrenzten. Manche Dörfer schienen an den Berg geklebt worden zu sein. Da standen Häuser neben der Strasse am Abgrund auf Strassenniveau und die abgewandte Seite stützte sich einige Meter weiter unten auf den schräg abfallenden Felsen. Ein aneinander Vorbeifahren war oft nur mit Schrittgeschwindigkeit und Suchen einer kleinen Verbreiterung möglich. Hinter einem Dorf war die halbe Strasse durch Regen unterspült und weg gerissen worden, wo sie gerade wieder geflickt wurde und dort auf der engen Strasse ein LKW und ein Bagger den Verkehr fast zum Erliegen brachten. Aber auch hier wurde freundlich der Verkehr geregelt und schon ging es weiter über felsige Höhen und schroffe Täler. Man muss hier den Weg schon genau im Blick haben um nicht unvermindert hinter einer Kurve auf Gegenverkehr zu treffen oder gar eine Abzweigung zu verpassen. Exo Lakonia, Agios Konstantinos, Drassi und Mesa Potami sind wichtige Wegpunkte zur Lasithi-Hochebene.
Als wir dann endlich aus dem letzten Tal kamen, bot sich uns ein phantastischer Anblick auf die Hochebene. Das Wetter war freundlich, der Himmel leicht bedeckt und an den hohen Bergen hingen die Wolkenberge. Dort wo wir aus dem Tal kamen gab es einige zig Meter tiefer eine Taverne von der wir einen atemberaubenden Ausblick auf das Tal hatten. Wir fuhren auf die Hochebene hinab und hielten uns Richtung Dikteo Andro (also links herum um die Ebene) der Tropfsteinhöhle bei Psihro welche als Zeus' Geburtsstätte angegeben wird. Hier oben war es wesentlich frischer und so konnten wir die Höhle nicht besichtigen, da wir lediglich T-Shirt und kurze Hose trugen und keinerlei Jacken mitgenommen hatten, welche wohl für die Höhle nötig gewesen wären. Weiter der Richtung folgend fuhren wir bis Pinakiano wo wir die Hochebene Richtung Heraklion verliessen. Leider konnte man von den früher zu hunderten benutzten kleinen Windmühlen die mit weissem Stoff bespannt das Wasser für die Felder förderten nur die Gerippe sehen (ohne Windsegel). Auf der Anhöhe der Ausfahrt aus der Ebene hielten wir an den verfallenen steinernen Windmühlen die hier, wie auch auf anderen Bergkämmen gebaut waren. Allerdings kann man diese sehr leicht begehen, betrachten und auch in einer nebenstehenden Taverne essen. Von den Windmühlen aus hat man einen atemberaubenden Blick in das Tal hinunter wo sich die Strasse schlängelnd ihren Weg am Berghang entlang sucht. Wir folgten dieser Strasse und kamen etwas westlich wieder auf die Autobahn, welche uns Richtung Hotel brachte.

4. Tag, Ierapetra, Mirtos, Amiras, Arvi, Anatoli, Prina
Diese Tour führte uns an der Nordküste entlang bis Pachia Amnos und dann Richtung Ierapetra zur Südküste. Nach einem kurzen Stop an der Küste um das hier wesentlich unruhigere Meer zu fotografieren, fuhren wir weiter über Mirtos der Strasse folgend bis Amiras. Auch hier gab es ab Mirtos wieder die gleichen kurvenvollen Strassen die mal berauf und mal bergab führten. Bei Amiras bogen wir ab um zur Küste zu gelangen. Jedoch, wie sich später heraus stellte, war dies wohl nicht die Strecke welche die normalen PKW nahmen, denn schon der Weg an der Abzweigung bestand nur noch aus Schotter und war gerade so breit wie das Auto. Unsicher folgten wir trotzdem diesem Weg und kamen durch den östlichsten Teil des Ortes, wo wir kaum mit dem Auto durch die Häuser kamen. Einige hundert Meter weiter führt die 'normale' Abzweigung ins Tal, was wir aber erst auf dem Rückweg festellten. Es ging auf einer asphaltierten aber viel mit losem Schotter belegten Strasse talwärts bei der ich mehr als einmal dachte, sie wäre jäh zu ende. Doch sie führte tatsächlich bis an die Küste hinunter, schlappe 13km bei 30km/h bis Schritttempo wobei wir auch von entgegenkommenden Bewohnern in ihrem Pick-up ungläubig angeschaut wurden. Typisch Touristen, fahren halbe Ziegenwege hinab.
Kaum an der Küste angekommen begegneten wir einem Wohnmobil (!!) aus Mülheim an der Ruhr. Bei einem kurzen Plausch mit Deutschen konnten wir den Fahrer davon abringen mit seinem Gefährt den steilen und viel zu engen (weil wir es nicht besser wussten) Weg nach Amiras zu nehmen, wo er sicher nicht hindurch gekommen wäre. Wir fuhren weiter nach Arvi und aßen in einer Taverne am Hafen zu mittag. Das Dörfchen ist reizvoll, allerdings scheint hier der 'Hund begraben' zu sein. Und doch gab es ein Hotel!
Den Rückweg wollten wir über Keratokambos nehmen, wo auch der Wohnmobilfahrer her gekommen war. Jedoch verpassten wir irgendwo westlich von Arvi auf den teilweise weggespülten Schotterwegen die Abzweigung dorthin und folgten stattdessen der Strasse über Agios Nikolaos (hier ein gleichnamiges kleines Dorf) nach Ano Viannos. Dem Wegweiser nach Keratokambos begegneten wir einige Kilometer weiter westlich und einige hundert Meter weiter oben. Die Landschaft war auch hier wieder wunderschön, felsig, kurvig mit herrlichen Ausblicken wie schon vorher auf dem Weg nach Arvi.
Von Ano Viannos fuhren wir wieder zurück an Amiras vorbei, wobei wir dann den Fehler mit der zu zu frühen Abzweigung bemerkten zurück über Mirtos bis Neo Anatoli wo wir noch so gerade den Wegweiser (der nur aus der Gegenrichtung zu sehen war) Richtung Anatoli fanden und abbogen. Hier 'schoss' unser kleiner 107 wieder in Serpentinen bergwärts wo wir hinter einer Serpentine einen wundervollen Ausblick auf die Küste und Ierapetra geniessen konnten. Von hier oben aus konnte man die gewaltige Menge an Gewächshäusern sehen, welche sich hier überall an der Küste befanden. Hier konnten wir auch den oberhalb von Ierapetra gelegenen See sehen. Von Anatoli fuhren wir weiter Richtung Kalamafka. Dieses Dorf welches wieder einmal an den Felsen geklebt zu sein scheint hat seinen Friedhof witzigerweise auf einen neben dem Dorf stehenden Felsen gebaut, den man aus dem Dorf kommend nur über eine Treppe erklimmen kann. Weiter ging es über Kalo Horio zurück zur Küstenstrasse und zum Hotel. Am Abend schlenderten wir gemütlich durch Agios Nikolaos und nutzten die eigentümlichen Parkgewohnheiten (irgendwo am Strassenrand, auch in Gegenrichtung, solange es kein Halteverbot ist).

5. Tag, Kritsa, Lato, Istro
Ein Sonntag, an dem auch die Einheimischen einen ruhigen Tag geniessen und die Strassen somit viel leerer waren, allerdings auch die meißten Geschäfte waren geschlossen. Von Agios Nikolaos aus ging es wieder Richtung Sitea und dann nach Kritsa in die Berge. Hier waren schon einige Souvenierläden geöffnet die wir gerne besuchten. Das Dorf ist ziemlich ursprüglich geblieben; zumindest im hinteren Teil. Kleine enge Gassen mit einigen verfallenen Häusern und am Ortseingang eine ausgezeichnete Taverne in der man typisch kretisch essen kann. Wir verliessen Kritsa und fuhren nach Lato, einer alten Siedlung in den Bergen. Diese alten Ruinen sind noch ein wenig interessanter als Knossos wo der Tourismus tobt. Hier ist es teilweise totenstill in der kleinen Siedlung die zwischen zwei Hügeln gebaut wurde. Von Lato aus ging es durch Kritsa hindurch wieder talwärts auf die Küstenstrasse Richtung Sitea. Hier hatten wir am östlichen Ortsausgang von Istro einen traumhaften Strand entdeckt. Geparkt wurde direkt an der letzten Taverne, obwohl man gegenüber auch noch auf einen Parkplatz unterhalb der Strasse parken kann. Badesachen geschnappt und ab an den Strand. Dieser Strand, wie wohl auch einige Andere, stehen einem Strand in der Karibik in nichts nach. Außer dass hier der breite Sandstreifen des Strandes nur wenige Meter breit war und die obligatorischen Palmen fehlten. Aber das Wasser war ebenso klar und spielte mit denselben Farben von hellblau über türkis bis ins dunkelste Blau welches man auch von der Karibik her kennt. Hier wurde erst einmal ausgiebig gebadet. Ohne Eintritt (Liegen und Schirme kosten 2 bzw 2,5 Euro) einfach Handtuch in den Sand und ab ins Wasser. Diesen Tag schlossen wir mit einem Essen in einer Taverne etwa 2km nördlich unseres Hotels Richtung Elounda.

 

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